Loipenhaus

Das neue Loipenhaus

Viele Jahre ist es her, da hatten die Mitglieder des WSC Erzgebirge Oberwiesenthal e.V. die Einweihung des Biathlon-Schießstandes zu feiern. Hunderte von Zuschauern stießen am 30.10.2005 gemeinsam mit dem WSC auf die neue Sportstätte an und zeigten sich vom Geschaffenen begeistert. 13 Monate später ist das neue Ski-Areal am Fichtelberg einen weiteren Schritt vorangekommen. Am Samstag, den 02.12.2006, konnte das neue Skistadion inklusive Loipenhaus eingeweiht werden, genau 100 Jahre nach der Gründung des Skiclubs Ober- und Unterwiesenthal am 01.12.1906.

Investition in die Zukunft

"Bedingt durch den langen Winter 2005/06 sind wir knapp 6 Wochen in Bauverzug geraten und werden wohl bis zur letzten Minute zu tun haben", schilderte Astrid Weingardt vom WSC Erzgebirge, die als Bauherren-Vertreterin und damalige stellvertretende Vorsitzende den Bau überwachte. Dennoch kann sich die Investition sehen lassen. Von den Wintersportlern wurde das Grundstück in Erbbaupacht übernommen. Auf etwa 1,2 Mio. Euro (brutto) belaufen sich die Baukosten, von denen 86 % als Fördermittel der Länder ausgewiesen worden sind. Die notwendigen Eigenmittel stellten der Ostdeutsche Sparkassenverband und die Sparkassen der Region zur Verfügung. Für das besondere Engagement der Sparkassen wurden der WSC und Sparkasse als "Sport-Tandem" ausgezeichnet. Gestiftet wurde der Preis von der Initiative SportSax, die besondere Unterstützung des Sports durch Partner aus der Wirtschaft honoriert. Am 22.07.2005 erfolgte der Spatenstich. Das Richtfest konnte am 12.07.2006 gefeiert werden.

Loipenhaus als Herzstück

Nach den Plänen der Iproplan GmbH Chemnitz entstand das etwa 12,5 x 29 m große multifunktionale Loipenhaus, welches das Herzstück der Sparkassen-Skiarena bildet. Behindertengerechte WC's, Umkleiden inklusive Duschräume für Damen und Herren stehen bereit. Neu sind ebenfalls separate Zimmer für Bergwacht/Sanitäter oder Dopingkontrollen. Bis zu 40 Personen bietet der Aufenthaltsraum im Erdgeschoss Platz, der auch von Vereinen genutzt werden kann. "Die Küche steht zur freien Verfügung - sei es zum Teeaufbrühen oder Schnitzelbraten", erklärt der ehemalige Geschäftsführer Wilfried Richter mit einem Zwinkern. Schließlich steht das Haus täglich von 9 bis 16 Uhr offen, will gleichermaßen Anlaufstelle für Touristen und Sportler sein. So befinden sich im Obergeschoss beispielsweise ein Skiverleih sowie verschiedene Mitarbeiter- und Lagerräume, ebenso eine Teeküche und ein weiterer Sanitärbereich. Besonders bei Wettbewerben werden die Zimmer im Frontbereich stark frequentiert sein. Kampfrichter, Wettkampfsprecher, Jury und das Organisationsbüro finden hier Platz - natürlich mit dem Vorteil, dank der großen Glasfenster immer einen Blick auf das gesamte Gelände zu haben. Auf der Rückseite, gekoppelt mit einer Rolltor-Lösung, befindet sich ein Raum für technisches Gerät. Neben Solarkollektoren für die Warmwassererzeugung, die in die Außenfassade eingelassen sind, verfügt das Gebäude über eine zukunftsorientierte Holzpelletheizung samt Silokammer. In 1.100 m ü. NN sollen Skisportler und Loipenhaus-Besucher sich wohlfühlen können. In diesem Zusammenhang erneuert wurden auch die Stromanschlüsse in den Jurten, die weiterhin als Umkleideräume für Sportler oder einfache Unterbringungsmöglichkeiten für Gruppen oder Schulklassen genutzt werden. Zeit zum Entspannen und Pigmente-Haschen bleibt auf der mit Holzbohlen verkleideten Sonnenterrasse.

Stadion wurde vergrößert

Als Zuschauerbereich wurde die Längsseite der Skiarena, an der sich auch das Funktionsgebäude befindet, ausgewiesen. Start, Ziel sowie Durchgangsschleife sind in dem deutlich vergrößerten Stadion auf 3 Stufen verteilt. 50 m breit ist der in der Mitte befindliche Startbereich, damit können auch Wettbewerbe im Massenstart durchgeführt werden. Nach etwa 80 m geht es auf die sowohl für klassische als auch Skating-Technik geeigneten Strecken. Auch das Biathlon-Areal und die Rollerskistrecken sind an die Arena angebunden. Ein besonderer Hingucker ist der Skitunnel. Auf dem Weg der Wettkämpfer Richtung Ziel wird die Röhre überquert. Währenddessen bleibt der Weg zum Wettkampfbereich frei. Unmittelbar vor dem Loipenhaus befindet sich die auf 12 m verbreiterte Zielgerade.

Olympiasieger als Namensgeber

Einhergegangen mit dem Neubau ist eine Homologierung der 4 Langlauf-Wettkampfstrecken durch die FIS, den Weltskiverband. Als Namensgeber fungierten sowohl Barbara Petzold-Beyer (Olympiasiegerin 1980 im Einzelwettbewerb), als auch die z.T. noch aktiven Langlaufkollegen Claudia Künzel (Staffelgold, 2x Silber), Viola Bauer (Gold und Silber) sowie René Sommerfeldt (Bronze, Silber sowie Gesamtweltcup-Sieger). Distanzen zwischen 3,3 und 5 km stehen zur Wahl. Ebenfalls im FIS-Protokoll erfasst, sind die beiden Sprintstrecken, die gut einsehbar um das Skistadion führen. Für Damen ist die orange markierte Strecke 1,15 km und die schwarz markierte Strecke der Herren 1,331 km lang. Auf einer Schautafeln im Flur des Funktionsgebäudes wird über Details der Loipen informiert. Vier 12 m hohe Beleuchtungsmasten, ebenso ausgestattet mit Beschallungstechnik, wurden errichtet, um das Skistadion auch in den Abendstunden oder bei widrigen Witterungsbedingungen ins rechte Licht zu rücken. 75 Scheinwerfer-Pfähle erhellen so eine 2,5 km lange Runde, die zum Nachtskilauf einlädt und gleichermaßen für Sportler und Urlaubsgäste gedacht ist.